Falle Gesundheitsfragen
Da sich momentan alles auf die Finanzmarktkrise konzentriert, möchte ich gerne ein anderes Thema anschneiden, dessen Bedeutung jedem Finanzberater sehr klar ist und bei dessen Erwähnung vielen Beratern, die Ihren Job und Ihre Verantwortung ernst nehmen, ein Seufzer entlockt, ihn mit den Augen rollen lässt, machmal auch schier zur Verzeiflung treibt:
Die Gesundheitsfragen, die zu jedem Produkt, dass mit Gesundheitsvorsorge, Einkommensicherung, Absicherung Familie unweigerlich verbunden sind.
Immer öfter stoße ich auf eine Absicherung, deren Sinnhaftigfkeit und Qualität man nach ausfühlichen Gesprächen mit dem Mandanten anzweifeln darf. Kaum ein Mandant ist sich darüber bewusst, dass man die Fragen mit größter Sorgfalt und wahrheitsgetreu beantworten muss. Keiner der Mandanten weiß, dass auch für ihn selbst unwichtig erscheinende Fakten einzutragen sind, da diese für eine risikoeinschätzende Gesellschaft sehr wohl wichtig sind.
Man kommt nur dahinter, wenn man sich die Zeit für ein Gespräch nimmt und auch die eine oder andere unpoluläre Frage stellt. Die Aussagen: “Ich hab´nix, ich bin völlig gesund” kennen wir alle. Dass dann im Nachgang nach einigem Bohren bei diesem völlig gesunden Menschen harauskommt, dass er “einmal im Jahr durch Stress echt am Rad dreht” und ihm sein Hausarzt dann kurzerhand Medikamente verschreibt (”na, Medikament ist gut - das sind dann ganz schöne Hämmer”) erachtet er als nicht wichtig.
Auch den Satz “Was ein Gespräch beim Psychologen???? Ich bin seit drei Jahren ununterbrochen in Therapie!” kennen wir alle und mit dem Aussprechen dessen ist uns bewusst, welche Bedeutung und Folgen die Aussage hat.
Wir machen uns hier die Mühe, diese Dinge herauszufinden und den Mandanten vor falschen Angaben zu schützen und ich kenne in meinem Umfeld nur Berater, die dem sehr sorgfältig nachkommen. Auch, wenn das echte Nacharbeit, viele Nerven kostet und einen Berater teilweise verzweifeln lässt.
Der Mandant, der vieles nicht für wichtig hält ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite jedoch ärgert mich wirklich, wissen wir doch alle am Markt - davon gehe ich zumindest aus - um die Bedeutung:
Dass Mandanten offen empfohlen wird, das mit den ständigen Rückenschmerzen, Massagen lieber nicht zu erwähnen, Fakten einfach nicht eingetragen, absichtlich verschwiegen werden (was ist schon ein kaputtes Knie? Da kann man bei Fragen zu Beschwerden der Gelenke ja ruhig “nein” ankreuzen) ist fahrlässig.
Ist es dann wirklich ein Wunder, wenn eine Gesellschaft nicht zahlt im Falle des Falles? Den Satz “ja, und dann zahlen die doch nicht” haben wir auch alle schon gehört. Und warum? Das sollte man auch einmal erklären!
Besonders interessant fand ich vor einiger Zeit den Beitrag im Fernsehen, in dem sich ein offensichlich gut informierter Verbraucherschützer dafür aussprach, dass man in jedem Fall mehrere Anträge bei verschiedenen Gesellschaften stellen sollte, wenn es gesundheitliche Probleme gab oder gibt. Man könne mit denen ja dann auch noch verhandeln - spannende Idee, wenn man weiß, wie das Ganze funktioniert! Hoffentlich muss sich der Gute dafür nicht verantworten!
Ich bin der Meinung, dass alles, was mit Gesundheitsangaben zu tun hat vom Endverbraucher nicht mehr alleine zu lösen ist und er sollte es tunlichst lassen, es zu versuchen. Anzuraten ist ihm Skepsis, wenn man ihm rät etwas nicht zu sagen. Das geht schief!










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